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Praxisgeschichte
… das ist ein mindestens zweideutiger Begriff:
zum Einen kann damit die Geschichte, also die Historie, der Praxis gemeint sein,
zum Anderen die Entstehung der Praxis, also mehr oder weniger die Geschichte der
Inhaber – aber auch eine, oder mehrere, Geschichten aus dem Praxisalltag könnten
darunter verstanden werden.
Wir
werden unter diesem Punkt unserer Website zumindest diese drei Deutungen von
Praxisgeschichte behandeln und hoffen sehr, damit nicht zu langweilen - sonst
eben einfach weiterklicken ;-)
Also
jetzt zur Geschichte der Inhaber: Heidi Herrmann, geboren und
aufgewachsen in Regensburg, war besessen von dem Wunsch, Tiermedizin zu
studieren und entweder in Bayern eine Tierarztpraxis zu führen oder im Ausland
in der Entwicklungshilfe tätig zu werden – deutsches Ausland, sprich andere
Bundesländer als Bayern, wäre für sie als neue Heimat niemals in Frage gekommen.
Als Numerus-Clausus Vertriebene konnte sie nicht in München studieren (was sich
im Nachhinein als absoluter Glücksfall herausstellen sollte) und so begann sie
an der Tierärztlichen Hochschule Hannover zu lernen, wie man sich um Wohl und
Wehe der vierbeinigen Mitgeschöpfe zu kümmern hat. Gleich in der ersten Woche,
auf der Suche nach einem Hörsaal, traf sie Reiner Güldenhaupt, genannt
Klaus-Ferdinand (Ferdi) und gemeinsam suchten und fanden sie nach langen
Fachgesprächen (= Ratschen) den gesuchten Hörsaal – es war allerdings kein so
ganz durchschlagender Erfolg, denn die Vorlesung war schon seit einer geraumen
Zeit beendet gewesen. Wie alles Leid im Leben, schweißte nun der Verlust um die
entgangene Vorlesung die Beiden zusammen und nach einer wundervollen gemeinsamen
Busfahrt verabredeten sie, sich am nächsten Tag erneut gemeinsam zu verlaufen.
Und so geschah es noch viele Male doch o Wunder, so oft sie sich auch verliefen,
sie schienen nichts Wichtiges zu versäumen so lange sie beisammen waren (und das
ist wohl bis zum heutigen Tag so geblieben).
In diesem Reiner Güldenhaupt, also dem Ferdi, fand Heidi den Mann ihres Lebens,
der mit ihr die Zukunft nicht träumte, sondern ganz pragmatisch Punkt für Punkt
wahr machte. Das war für ihn nicht sonderlich schwierig, denn als Spross einer
hessischen Tierarztdynastie wusste er ganz genau, worauf es ankommt. Immerhin
waren sowohl sein Vater als auch sein Großvater Tierärzte gewesen ebenso wie der
Neffe des Großvaters und dessen Sohn – das waren aber nur die Tierärzte, die den
Namen Güldenhaupt trugen … es gab auch noch Andere, sogar einen
Schlachthofdirektor! Zudem studierten noch beide Brüder Tiermedizin und eine
Schwägerin in spe war nicht nur im selben Semester wie die Beiden, sondern
wohnte mit Heidi auch noch Tür an Tür im Studentenwohnheim – um das Alles
zusammenzufassen: momentan gibt es eine Tierarztpraxis Güldenhaupt in Bückeburg
(Niedersachsen), die Stammpraxis Güldenhaupt in Neukirchen am Knüllgebirge
(Hessen) und eine in Mitterfels (Niederbayern) – bis vor Kurzem gab es noch eine
in Hornel (Hessen), die aber aus Altersgründen wie es so schön heißt in jüngere
Hände gegeben wurde. Aktuell gibt es in dieser Familie Güldenhaupt insgesamt 6 –
in Zahlen sechs (!) Tierärzte! Also wurde den Güldenhaupts nicht nur die Liebe
zu den Tieren, sondern auch das Gefühl – auf neudeutsch das Feeling – und das
Verständnis für deren Wohl und Wehe in die Wiege gelegt und auch wenn es die
Wissenschaft nicht so gerne hört: dieses Gefühl ist häufig auch durch manch
teure und aufwendige Diagnosemaßnahmen nicht zu ersetzen.
Nun ja, zurück zur Geschichte: der Reiner schloss den Wünschen der Heidi an:
Ausland oder Bayern als zukünftige Heimat, und als das Studium sich dem Ende
näherte bekamen die Beiden ein Angebot als Tierärzte nach Argentinien! Wow – das
war a Pfundssach’! Nix wie hin zu den Gauchos und der Pampa mit den riesigen
Rinderherden… Zusatzkurse wurden besucht – Tropenveterinärmedizin – ein
Spanischkurs gebucht… doch da – wie aus heiterem Himmel, meldete sich ein neuer
Güldenhaupt an! Gerade noch rechtzeitig brachten die beiden die Staatsexamina zu
Ende, gerade noch fanden sie einen Hochzeitstermin und gerade noch konnten sie
die gesamte Argentiniensache absagen … denn Kinder im Ausland großziehen – das
war nicht das Ding von Heidi und Ferdi, Ausland zu Zweit ist die eine Sache,
Familie im Ausland eine ganz andere.
Also
doch nach Bayern! Aber Bayern ist groß! Es ist zwar nicht so groß wie
Argentinien, aber trotzdem wohin? Nach etlichen Fehlversuchen kamen die beiden
nach Mitterfels, wo Dr. Klaus Leidl dringend einen Nachfolger für seine Praxis
suchte. Und es war Liebe auf den ersten Blick – nein, nicht zu Dr. Leidl – zum
Perlbachtal, zur Burg und zur Hiensölde, zum Gallner, Blumaberg und Kuhleitn und
zur Silhouette des Hirschensteins – einfach zu Mitterfels mit allem Drumherum.
Ganz schnell fiel die Entscheidung und ab 1.August 1981 waren die Drei –
inzwischen war der erste Sohn Herman geboren – Wahlmitterfelser und stolze
Besitzer einer ländlichen Tierarztpraxis.
Zunächst
befanden sich Praxis- und Wohnräume im Kirchenweg Nr.8 – dort wurden auch die
beiden Mädchen Katharina und Elisabeth geboren – ab Dezember 1985 bis zum
heutigen Tag ging’s auf die Höhe Nr. 10 und der Jüngste, der Ferdinand,
vervollständigte 1986 den Sixpack der Familie.
Nicht nur die Familie wurde größer – die Praxis wuchs, es kam die erste
Tierarzthelferin – die heutige Tierärztin und Assistentin Frau Dr. Winter – ihr
folgte Nina Drechsler und dann kam Christina Weber die nach ihrer Ausbildung
gleich hier geblieben ist und hoffentlich noch ganz ganz lange bleiben wird. Ein
Anbau war nötig – die Kleintiere brauchten mehr Platz und so kam der
Praxiseingang links von der Garage. Hier war nun eine neue Anmeldung und so kam
die Frau Feldmeier ins Team, die sich niemand mehr wegdenken kann und möchte,
Sie vielleicht?! Na also! Zur Verstärkung von Frau Weber kam die quirrlige Frau
Natalie Gärtner als Tierartzhelferin, doch als sie ein Baby erwartete war die
Arbeit mit Röntgen, Parasiten und schweren und manchmal auch aggressiven Tieren
zu gefährlich und Frau Melanie Bödefeld kam an ihrer Stelle – und sie kam, wurde
gesehen und siegte – nein, eigentlich siegten wir, denn sie blieb! Doch auch die
Großtiere wurden immer mehr – vor Allem der Pferdeanteil. Auch hier wurde
Verstärkung dringend erforderlich und Frau Dr. Marion Bosse war genau die
Richtige, um dem Chef die ersehnte Unterstützung – auch menschlich gesehen – zu
geben. Als Tüpfelchen auf dem i kümmerte sich ab 2005 unser heißer Feger, die
Frau Karla Brandenburg um die Reinlichkeit in der Praxis und nun sind wir
einfach komplett und hoffen sehr, dass alle unsere Mitarbeiter – und natürlich
auch unsere vierbeinigen Patienten samt Frauchen und Herrchen - die gute
Stimmung und Zusammenarbeit in diesem Team genauso genießen wie wir.
So
das war der Schnelldurchlauf. Wieso sehen Sie mich jetzt so entgeistert an? War
es Ihnen etwa zu lang? Sie hätten es ja nicht lesen müssen! Aber Sie können sich
doch sicher vorstellen, dass in dreißig Jahren Tierarztpraxis eine ganze Menge
geschehen ist – Schönes, Lustiges und Schlimmes und Trauriges. Wenn es Ihnen bis
hier hin gefallen hat, schauen Sie doch mal wieder herein – oder noch besser:
schreiben sie es mir – ins Gästebuch oder als mail unter
praxis@gueldenhaupt.eu Abgesehen dass Sie
auf jeden Fall eine Antwort erhalten werden – vielleicht schreibe ich doch noch
die eine oder andere Geschichte auf – ganz allein Für Sie ;-)
Also bis dann und eine gute Zeit!
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